Die Scotch Malt Whisky Society war stark daran beteiligt, die Wertschätzung von Single-Cask-Whiskys in Fassstärke zu steigern, zudem hat sie unseren Blick dafür geschärft, was wir genau trinken. Unser Wissensdurst war immer genauso groß wie der nach Whisky

Denken Sie einmal an das Jahr 1983 zurück – sofern Ihr Erinnerungsvermögen so weit zurückreicht – und an die damalige Whiskyszene. Welche Whiskys wurden im örtlichen Einzelhandel oder in Ihrer Stammkneipe angeboten? Wie haben Sie Whisky getrunken? War es eher eine Blend statt eines Single Malt? Und hätten Sie sich überhaupt so etwas Abstruses wie Whisky in Fassstärke vorstellen können, der zudem aus einem einzigen Fass abgefüllt wird?

Zur Feier unseres 35-jährigen Jubiläums wollen wir betrachten, wie sich die Welt des Whiskys bis ins Jahr 2018 verändert hat und welche Rolle die Scotch Malt Whisky Society dabei spielte.

„Single Malts waren in den frühen 1980er Jahren eine Domäne der Intellektuellen, von Künstlern, Poeten, Ärzten, Anwälten (und in Edinburgh gab es davon einige), also von gut informierten Träumern“, so der Whiskyautor Dave Broom in seiner Reminiszenz über die Entstehungszeit der Society. „Es gab allerdings Gerüchte, dass sich irgendwo im hintersten Leith (Leith? In den frühen 80er Jahren?) eine Gruppe wahrer Glaubensgenossen, Ketzer und Flammenträger in verschwörerischer Absicht versammelte.“

Diese verschwörerische Gruppe wahrer Glaubensgenossen, die sich in Leith trafen, waren die Gründerväter der Scotch Malt Whisky Society. Sie füllten nicht nur Whisky aus Einzelfässern ab, sondern erkannten auch, dass es wichtig war, sich Kenntnisse über den Inhalt der Fässer anzueignen, um das Wissen über Whisky und dessen Wertschätzung auszuweiten.

Society-Gründer Philip „Pip“ Hills erinnert sich in seinem Werk „Scots on Scotch“ an die Whiskyszene vor Gründung der Society.

Er schrieb: „Alle Schotten konsumierten Whisky, zumindest dem Vernehmen nach. Der Whisky, den sie tranken, war verschnitten. Nur wenige fragten danach, woher er kam oder wie er produziert wurde. Obwohl Whisky ein so hervorstechender Teil der nationalen Identität war, wusste der typische Schotte so gut wie nichts über seine Herstellung und noch weniger über seinen Reifeprozess.“

Die Aufklärung über das Thema Whisky ist seit 1983 zentraler Bestandteil des Angebots der Society an ihre Mitglieder. Dies äußert sich in den Details über das Alter, die Reifung und den Charakter eines Whiskys auf dem Etikett und in den zugehörigen Verkostungsnotizen, der ausführlichen Beschreibung, wie man Whiskys am besten verkostet, und der Erklärung der verschiedenen Aspekte des Herstellungsprozesses.

„Für einige von uns hat die Society – je nachdem, wie lange wir bereits Whisky trinken und wie wir zu diesem wunderbaren Getränk gekommen sind – womöglich eine entscheidende Rolle auf unserer Whiskyreise und für unsere heutige Herangehensweise an Whisky gespielt“, meint Andrew Derbridge, Kellermeister der Society und NSW-Manager der Scotch Malt Whisky Society in Australien.

Die Kenntnisvermittlung war auch immer schon ein zentrales Merkmal von „Unfiltered“, dem Mitgliedermagazin der Society. Ursprünglich als Newsletter konzipiert, wurde aus „Unfiltered“ im Jahr 2008 ein komplett neugestaltetes 36-seitiges Magazin. Von Anfang an kamen in „Unfiltered“ Branchenexperten und Insider zu Wort, die jeden Aspekt der Herstellung – und der Magie – von Whisky erklärten.

Von den verschiedenen Gerstenarten und Hefestämmen über die Gärzeiten und Wasserquellen bis hin zu den Unterschieden bei der Destillation – in „Unfiltered“ wurde die Whiskyherstellung in all ihren Details aufgedeckt. Im ersten Heft des neu aufgelegten Magazins vom November 2008

gab Russell Anderson von Highland Park in einer Untersuchung zum Reifeprozess Folgendes zu Protokoll: „Wir wissen nicht auf alles eine Antwort. Und das wird sich auch zu meiner Zeit nicht ändern. Whisky ist eine ‚Hexenkunst‘, und das wird hoffentlich noch lang so bleiben.“

Die Erforschung dieser Hexenkunst wird sicher weitergehen und den Mitgliedern der Society auf den Seiten von „Unfiltered“ eine Mischung aus Einsichten und Unterhaltung bieten. Für alle, die besorgt sind, dass mit jedem Einblick in die Mysterien unserer Single Cask Single Malts ein wenig Romantik verloren gehen könnte, überlassen wir das letzte Wort James Brosnan, dem Forschungsleiter am Scotch Whisky Research Institute.

„Mit jedem weiteren Detail, das wir über Scotch herausfinden, wird die Geschichte meiner Ansicht nach umso spannender.“

Darauf sollten wir anstoßen!