Die Scotch Malt Whisky Society wurde 1983 trotz rückläufiger Entwicklungen in der Whiskyindustrie und entgegen der Warnungen von Branchenexperten gegründet

Michael Jacksons „Thriller“ erobert MTV im Sturm. In den Kinos sind „Flashdance“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ Kassenhits. Auf der Speisekarte kultivierter Dinnerpartys steht wahrscheinlich Kiewer Kotelett. Der Macintosh-Computer ist noch nicht erfunden. Und im schottischen Fußball gewinnt Aberdeen den Europapokal gegen Real Madrid, während Dundee United in der schottischen Premier Division Meister wird.

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Wir schreiben das Jahr 1983, das als dramatischer Tiefpunkt der Produktion und Ausfuhr von schottischem Whisky in die Geschichte eingehen wird. Im Verlauf des Jahres stellen die Whiskybrennereien Port Ellen, Brora, Banff, Dallas Dhu, Glen Albyn, Glen Mhor, Glenlochy, Glenugie, Glenury, St. Magdalene sowie die Kornbrennerei Carsebridge den Betrieb ein.

Vor diesem Hintergrund richtet eine kuriose Gruppe von Edinburgher Whiskyliebhabern ihr Quartier in einem verfallenen früheren Weinlager namens „The Vaults“ ein. Sie hat vor, den Aussichten für die Industrie zum Trotz Single Cask Whiskys zu verkaufen, der nicht kaltgefiltert und in Fassstärke abgefüllt wird. Die Scotch Malt Whisky Society ist geboren.

Die Personen hinter dieser neuen Unternehmung bezeichneten sich selbst Amateure auf dem Gebiet. Sie hatten kaum Verbindungen zur Whiskyindustrie und mussten sich anhören, dass ihr Vorhaben zum Scheitern verurteilt sei, und zwar aus dem einfachen Grund, dass ihr Projekt, wenn es Erfolg versprechen würde, sicherlich schon von anderen angegangen worden wäre.

Zum Glück für all diejenigen unter uns, die den Genuss von Single Malts aus Einzelfässern zu schätzen gelernt haben, ignorierten sie halsstarrig alle Ratschläge und machten einfach weiter.

Die ersten Enthusiasten, die Gelegenheit hatten, einen Single Cask Whisky zu probieren, meinten, dass er im Geschmack einfach besser sei als jeder andere Single Malt, den sie je getrunken hätten, und dass Maltwhiskys den Blended Whiskys generell vorzuziehen seien. Phillip „Pip“ Hills, der Gründer der Society, beschrieb die Gründe für den Erfolg später in seinem Buch „Scots on Scotch“ so:

„Erstens unterscheiden sich Whiskyfässer stark nach Typ und Qualität, wobei jedes Fass den Whisky, der in ihm reift, tiefgreifend beeinflusst. Bei der Abfüllung von Maltwhiskys wird der Inhalt mehrerer Fässer zusammengeschüttet, von denen nicht alle von höchster Qualität sind. Zweitens kam unser Whisky direkt aus dem Fass, während fast alle Destillateure, die damals überhaupt Maltwhisky herstellten, vor der Abfüllung eine Kaltfiltrierung vornahmen. Dabei wird der Whisky zunächst gekühlt und dann durch einen sehr feinen Filter abgegossen, damit in der Flasche keine Trübung zu erkennen ist. Das Ergebnis ist ein in jeder Hinsicht ausgezeichnetes Getränk, aber ohne den speziellen Charakter eines direkt und ungefiltert aus einem einzelnen Fass entnommenen Maltwhiskys.“

Im November 1983 bot die Society ihren Mitgliedern die ersten Flaschenabfüllungen an: Die Fässer 1.1 und 1.2 waren als Glenfarclas gekennzeichnet, die beiden anderen enthielten einen Speyside- und einen Islay-Malt aus ungenannten Brennereien. Dies war der Anfang der besonderen SMWS-Codes für die Destillerie- und Fassnummern – jetzt, nach 35 Jahren, füllen wir rund 500 Fässer pro Jahr in Flaschen ab und sind mittlerweile bei Brennerei Nr. 135 angelangt. Unsere Mitglieder haben eine größere Auswahl denn je zuvor und auch eine größere Geschmacksvielfalt.

Die Scotch Malt Whisky Society feiert in ihrem 35. Jahr die couragierten Visionäre, die das Potenzial von Whisky in seiner reinsten Form erkannten, und zwar zu einer Zeit, zu der niemand sonst auf die Idee kam und die Whiskyindustrie dahindarbte. Im Verlauf des Jahres werden wir an einige wichtige Momente in der Geschichte der Society und an verschiedene Figuren erinnern, die eine bedeutende Rolle für unsere Entwicklung spielten. Des Weiteren werden wir das ganze Jahr über spezielle Abfüllungen zu unserem 35-jährigen Jubiläum anbieten.

Jede der dafür ausgewählten Flaschen ist ein Beispiel für die hochinteressanten, überraschenden Fässer, die Sie nur bei uns finden und die, wie die Whiskys in Edinburgh Anfang der 1980er Jahre, das Bedürfnis wecken, den Whisky mit Gleichgesinnten zu teilen.

Außerdem veranstalten wir besondere Events und Partys zu unserem 35. Geburtstag, um auch ihren Beitrag zur Society und ihre Rolle als Lebensnerv zu feiern, der all unsere Aktivitäten inspiriert.

Wir erheben unser Glas auf ein mitreißendes 35-jähriges Jubiläum und auf all die Jahre, die da noch kommen werden.