Unser März Outturn bietet Ihnen die perfekte Gelegenheit, die Gegensätzlichkeiten interessanter Abfüllungen auszuloten. Andrew Park, sach- und fachkundiger Mitarbeiter unseres Member Services Teams, wartet mit einigen seiner Lieblingsabfüllungen auf.

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Als – vor langer Zeit! – frischgebackenes Mitglied der Scotch Malt Whisky Society nahm ich an einer vertikalen Verkostung der Brennerei 64 teil und war begeistert und gleichzeitig überwältigt von den Geschmacksunterschieden, die durch die Reifung in sorgfältig ausgewählten Fässern entstanden waren.

Für die hier präsentierte vergleichende Verkostung habe ich drei verschiedene Brennereien und jeweils zwei Single Cask Varianten ausgewählt, um Ihnen die abwechslungsreiche Welt der Drams näherzubringen – sogar wenn sie gleich alt sind und aus derselben Brennerei stammen.

Kommen Sie mit – es wird spannend!

DIE GESCHICHTE ZWEIER DRAMS AUS DER BRENNEREI 13

Cask Nr. 13.61: Gardener takes a break

Spicy & Dry

11 Jahre alt

Refill Bourbon-Fass

Eine süße, aber trockene Nase, ein wenig wie Feenstaub. Der erste Schluck hinterläßt einen süßen Trocknungseffekt, ähnlich wie ein karibischer Zuckerrohr-Rum – mit einem Schuss Limette und Eiswürfeln gäbe dies einen erfrischenden Longdrink. Ein wenig Wasser dazu und die Noten indischer Küche kommen heraus – vom Curry des Coronation Chicken über Datteln und Roggenbrot hin zu mit Zimt gegrillten Ananasscheiben.

Cask Nr. 13.66: Have you ever tried…?

Juicy, Oak & Vanilla

11 Jahre alt

Refill Bourbon-Fass

Dieser Whisky wurde nur acht Monate nach dem 13.61 destilliert und wir füllten beide Whiskys innerhalb von zwei Monaten ab, was eine zusätzliche Reifung von gerade mal sechs Monaten ergibt. Dennoch sind die geschmacklichen Unterschiede erheblich.

Der 13.66 ist viel milder und weicher am Gaumen und erinnert im Vergleich zum wärmenden herbstlichen Flair des 13.61 viel mehr an sommerliche Tage. Unverdünnt wartet er mit Rosinen mit Schokoladenüberzug, prickelndem Mineralwasser, feinen Vanillenoten und Apfelstrudel auf. Ein wenig Wasser dazu und er erwacht so richtig. Der Geschmack wird frischer, wie ein perfekt gemixter Mint Julep, dazu frische Waben direkt aus dem Bienenstock und Bananenpfannkuchen

SPEYSIDE-KONTRASTE AUS DER BRENNEREI 35

Cask Nr. 35.221: Ice-cream parlour sundae

Juicy, Oak & Vanilla

10 Jahre alt

Second Fill Ex-Bourbon

Wir bleiben zwar beim Geschmacksprofil Juicy, Oak & Vanilla, reisen jedoch von einer klassischen Region in die andere: von den Highlands nach Speyside, um die Unterschiede zweier Drams ein und desselben Geschmacksprofils näher zu betrachten.

Dieser Dram bringt – unverdünnt – ganz intensive Vanillenoten sowie verschiedene Gewürze, sehr ähnlich einem Vanilleeis mit Schokoladenstreuseln und Chili, gefolgt von den Gaumen erfrischendem Zitronen- und Limettensorbet. Mit jedem Tropfen Wasser kommen neue Aromen durch, als ob man durch die Parfümerie- und Kerzenabteilung eines großen Kaufhauses schlendern würde. Jedes Mal, wenn ich das Glas wieder hob, tauchte ein neuer Duft auf – und jeder von ihnen frisch und zu neuen Geschmackseindrücken einladend!

Cask Nr. 35.229: Bountiful yet balanced

Spicy & Sweet

10 Jahre alt

Refill Ex-Oloroso Puncheon

Ein Dram aus derselben Brennerei und gleichen Alters. Der Unterschied liegt im Fasstyp: der 35.229 reifte in einem ehemaligen Sherryfass, hat aber in den 10 Jahren überraschend wenig Farbe angenommen.

Als erstes steht gedünstetes Obst und süße Marmelade im Vordergrund. Ein Schuss dieses Drams würde der traditionellen, aber sehr reichhaltigen Nachspeise Bread and Butter Pudding einen beeindruckenden Kick versetzen! Nach Zugeben von ein wenig Wasser kommen noch mehr Süßstoffe durch, vor allem Fruchtpastillenund süßsaure Fruchtbonbons, gefolgt von Grillsauce auf leicht angekohlten, langsam gebratenen Rippchen. Wenn Sie gerade entschlacken oder streng auf Ihre Figur achten, lassen Sie die Finger von diesem dekadenten Dram!

HIGHLAND PEAT SEPARATED AT BIRTH

Cask Nr. 66.134: Tar very much

Lightly Peated

12 Jahre alt

Refill Ex-Bourbon Hogshead

Torfigen Whiskys aus dem Hochland wird meines Erachtens immer noch zu wenig Beachtung geschenkt, aber ich liebe die süßen Noten von Heidekraut und Lavendel, die in den Whiskys der Brennerei 66 durchscheinen.

Crème Caramel, geröstete Marshmallows, gefolgt von rauchigem Paprika und dem scharfen Geruch einer frisch asphaltierten Straße an einem warmen Sommertag. Wunderbar tanningeprägt, hinterläßt er einen trockenen Mund und Lust auf den nächsten Schluck. Ein wenig Wasser dazu bringt feinen Zigarrenrauch und versengten Ginster hervor, gefolgt von deftiger Räucherwurst und Terpentin am Gaumen, abgerundet mit einem erfrischenden Weizenbier.

Cask Nr. 66.139: Deerstalkers and hillwalkers

Lightly Peated

12 Jahre alt

Refill Ex-Bourbon Hogshead

Am selben Tag destilliert, im selben Fass gereift und im Abstand von nur zwei Monaten abgefüllt, sollten diese beiden Drams eigentlich fast identisch sein – aber die Unterschiede sind vielfältig und überraschend!

Im Gegensatz zum 66.134, in dem Asche, Geräuchertes und Verbranntes vorherrschen, ist dies ein viel naturbelassener Dram. Denken Sie an eine Tischler-Werkbank im Hochsommer oder eine Hufschmiede, in der gerade ein Pferd beschlagen wird, während ein kraftvolles Clydesdale-Pferd nach langen Stunden auf dem Acker ausruhen darf. Der unverdünnte Dram gemahnt an zum Trocknen gestapelte Strohballen und feuchte Wachsjacken auf einem alten Bauernhof. Ein wenig Wasser dazu versetzt Sie an das Kaminfeuer in der örtlichen Kneipe, wo Sie eine zünftige Jause mit Wurst und Käse, herbsüßem Chutney und stark gebrautem Tee erwartet. Die perfekte Belohnung nach einem harten Arbeitstag.

Fasziniert von unseren Cask Strength Kontrasten? Die hier vorgestellten Flaschen und viele mehr finden Sie im aktuellen Outturn.

 

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